THE TREE OF LIFE

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    133 Min.
    686939 DE
  • Film BLU-RAY
  • deutsch + englisch
    139 Min.
    786939 DE

    Originaltitel: The Tree of Life
    Filmlänge: DVD 128 Min. ohne Abspann
    Regie: Terrence Malick
    Musik: Alexandre Desplat
    Darsteller: Sean Penn, Brad Pitt, Jessica Chastain, Hunter McCracken, Laramie Eppler, Tye Sheridan, Fiona Shaw
    USA 2011

    THE TREE OF LIFE

    In den 1950er Jahren ziehen ein verbissener Ingenieur und seine streng gottgläubige Frau in Texas drei Söhne auf. Über die Erziehungsziele und die Erziehungsmethoden sind sich die Eheleute höchst uneinig.
    Ihren Vater müssen die Jungen mit militärischem 'Sir' anreden, während sie seiner autoritären Kommandiererei folgen. Bei jeder Kleinigkeit schikaniert er die Jungen. Abhärten will er die Söhne für ein Leben, in dem einem nichts geschenkt wird. Sie haben diesen strengen Vater auf Befehl zu lieben. Gefühle zeigt er seinen Kindern nur sehr verklemmt.
    Nur selten gibt es Momente, in denen die Brüder Jack, R.L. und Steve unbeschwert Kinder sein können. Das Heranwachsen in einer Familie voller Zwänge und gnadenloser Leistungsanforderungen umgibt die Kinder mit einer permanenten Versagensangst. In Ermangelung jedweder Alternative sucht der junge Jack Hilfe im Gebet zu Gott, so wie es alle Erwachsenen tun. Leitbild dafür ist die Mutter, bei der die Kinder Liebe und Trost finden. Trotz ihres verblendeten Glaubens ist die Mutter der einzige Lichtblick für die sensiblen Jungs.
    Um so häufiger Jack in den gegensätzlichen Weltbildern seiner Eltern keine Antworten auf seine Fragen an das Leben findet, desto heftiger beginnt der Junge zu rebellieren.
    Als Erwachsener hat Jack einen gutbezahlten Job in einem gläsernen Büroturm, eine schöne Frau, ein luxuriöses Haus; er hat alles erreicht, steht am Höhepunkt seiner Karriere, und er ist dieses Lebens furchtbar müde. Noch immer sucht er nach dem Sinn des Daseins. Der in seiner Kindheit eingepflanzte Widerstreit von Vater und Mutter, von Wissenschaft und Glaube, verlangt von Jack endlich eine Entscheidung...

    Selten hat ein Film so polarisiert. Schon der Prolog des mehr als zweistündigen Werks erfaßt die Quintessenz:
    Es geht um den Widerstreit zweier unvereinbarer spiritueller Weltanschauungen.
    Im Weltbild des Vaters ist der Mensch Teil der Natur, eines wilden Gefüges aus Kräften, Aktionen und Reaktion, wo jedes Individuum sich kämpferisch behaupten muß, um zu überleben und voranzukommen. Deshalb stählt er die Durchsetzungskraft der Jungen um den Preis des Verlusts ihrer Empathie. Sie sollen lernen, ihren Lebensweg selbstbestimmt nach ihren persönlichen Interessen zu gestalten und das eigene Ich stets in den Mittelpunkt zu stellen.
    Die Mutter zieht ihre ganze Lebenskraft aus einer masochistischen Religion, welche das Individuum zu einem Nichts macht, zu einem unterwürfigen Wesen, dem keine eigenverantwortliche Rolle am Gang seines Daseins zusteht, weil alles von einer allumfassenden göttlichen Macht geregelt wird. Es ist eine Flucht aus der Realität, eine Selbstaufgabe, eine Verleugnung des autonomen Ichs. Ihr Glaube lehrt sie, alles Unrecht, jede Verletzung, jede Erniedrigung tatenlos als gegeben hinzunehmen. Scheinbar kann sie auch nur so den Despotismus ihres Gatten gegenüber ihr und den Kindern ertragen.

    Terrence Malick stellt in diesem seinem sicher persönlichsten Filmwerk mit bombastischem Symbolismus die große Frage nach dem Sinn des Lebens.
    Außerhalb aller Konventionen des Spielfilms kreiert Malick mit kunstvollen Bildkompositionen aus sorgsam stilisierten Natur- und Architekturmotiven ein mystisches Epos über den Zyklus von der Zeugung bis zum Tod. Mit abstrakten und dennoch völlig eindeutigen kosmischen Bildmotiven wird in einem gut 20 Minuten langen Filmstück voller atemberaubender Aufnahmen wortlos die Entstehung der Welt erzählt. Die schöpferischen Urkräfte der Elemente, die wundersame Entstehung von Leben, von der feurigen Erschaffung der Erde bis zur Geburt eines Babys. Jack erblickt das Licht der Welt.
    Die Kindheit von Jack und seinen zwei jüngeren Brüdern verläuft dialogarm. Die Mutter versinkt stumm in ihrer religiösen Verzückung. Der Vater beschränkt sich auf das Erteilen von Befehlen und Belehrungen. Terrence Malick setzt ganz auf die Kraft der Bilder. Er arbeitet dabei so offensichtlich suggestiv, daß man den Film trotz seiner visuellen Kunstfertigkeit als polemisch bezeichnen muß. Ein atmosphärischer Soundtrack und geflüsterte Worte der zweifelnden Selbstreflexion begleiten die berauschende Malerei aus Naturaufnahmen. Die Kamera fotografiert die drei vitalen Jungen in ihrer ganzen anmutigen Schönheit und zeigt sie als Juwelen der Natur, die Teil eines harmonischen und gleichsam von Kampf geprägten Universums sind.
    Von der wunderbar berührenden Zauberhaftigkeit der Knaben blendet das Konzept in surreale Kulissen, die immer wieder religiöse Motive darstellen. Den Zuschauer mit hochemotionalisierenden Bildern aufzupeitschen, um ihm in dieser Stimmung die religiöse Botschaft zu unterbreiten, das wirkt wie eine völlig neue Qualität brandgefährlicher Agitation aus Kreisen einer christlichen Intelligenzija.
    Jack, als Erwachsener von einem erschreckend gealterten Sean Penn dargestellt, tut Zeit seines Lebens gut daran, die von seinen Eltern vorgeschlagenen Wege mit Vorsicht zu beschreiten. Sein Bruder findet mit 19 Jahren den Tod, ein Schicksalsschlag, auf den keiner in der Familie eine Antwort weiß. Der unerklärliche Verlust nagt an Jack ebenso wie an seinen Eltern. Viele Jahre war er dem Ideal des Vaters gefolgt, hatte sein Leben in die Hand genommen und es zu etwas gebracht; nun fühlt er sich am Ende einer Sackgasse angekommen. Es ist für Jack Zeit, sich mit seiner Familie wieder zu vereinen, an einem Ort jenseits der Welt. Jacks Reise zum Tor einer Ewigkeit, während der sein Leben, vor allem seine Kindheit, in der Erinnerung an ihm vorüberzieht, kann man frei interpretieren. Was auch immer in diesen Augenblicken mit dem Mann geschieht, es gibt in der von Terrence Malick konstruierten Gleichung keine Lösung. (Pino DiNocchio)



    686939 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 133 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Wendecover, Featurette


    786939 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 139 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Wendecover, Featurette


    ©   2011 / 2012 by TAMINGO Media Publishing